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Wir freuen uns auf Ihren Besuch:
 
Sonntag, 20. Juni 2021, 11:00 Uhr Gottesdienst im Antoniusgarten am Eichelberg in Bad Grund
(bei Regenwetter in der St. Antonius-Kirche)
 
Sonntag, 27. Juni 2021, 17:00 Uhr Vorstellungsgottesdienst der Konfirmanden in der St. Antonius-Kirche Bad Grund
 

„Tut mir leid, keine Zeit“ – eine Absage, schnell und achtlos dahingesagt, manchmal später bereut. Wer kennt das nicht? Wenn Gott einlädt zum Fest des Lebens, dann sollte man es nicht verpassen: Gott lädt uns ein zu seinem Fest. Gott lädt uns ein an seinen Tisch!

Der heutige Sonntag ermuntert dazu, Gottes Einladung nicht auszuschlagen, sondern sich an seinen Tisch rufen zu lassen. Gemeint ist hier zum einen der Abendmahlstisch, an dem sich die Menschen, die zu Jesus gehören, regelmäßig versammeln. Zum andern ist das große Abendmahl ein Bild für unser Leben in Gottes Ewigkeit. In der Bibel wird das ewige Leben mit den Worten umschrieben, dass wir einst mit Jesus im Himmelreich zu Tische sitzen werden.

Im heutigen Evangelium lesen wir:

Ein Mensch, der mit Jesus zu Tische saß, sagte zu ihm: Selig ist, der das Brot isst im Reich Gottes! Er aber sprach zu ihm:

Es war ein Mensch, der machte ein großes Abendmahl und lud viele dazu ein. Und er sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, den Geladenen zu sagen: KOMMT, DENN ES IST ALLES BEREIT!

Und sie fingen an alle nacheinander, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muss hinausgehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der zweite sprach: Ich habe fünf Gespanne Ochsen gekauft und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe eine Frau genommen; darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam zurück und sagte das seinem Herrn.

Da wurde der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knecht: Geh schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und führe die Armen, Verkrüppelten, Blinden und Lahmen herein.

Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus auf die Landstraßen und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, dass mein Haus voll werde. Denn ich sage euch, dass keiner der Männer, die (zuerst) eingeladen waren, mein Abendmahl schmecken wird. (Lukas 14,16-24)

Liebe Leserinnen und Leser,

das sind klare und harte Worte. Nicht immer hat Jesus lieb und nett geredet. Das deutliche Wort, das Jesus da als Schlusssatz des Gleichnisses spricht, ist nicht zu überhören: Ich sage euch, dass keiner der Männer, die eingeladen waren, mein Abendmahl schmecken wird!

Die gute Nachricht: Wir sind definitiv zu einem Leben mit Jesus eingeladen! Er hat uns in seine Gemeinschaft gerufen und die hat eine ewige Zukunft. Deshalb ruft uns Jesus an seinen Abendmahlstisch:

Fresken in Sant Angelo in Formis zum Leben Christi, Szene: Das Abendmahl (Italo-Byzantinischer Meister)

Unser Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach's und sprach: Das ist mein Leib für euch; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue BUND in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis. Denn sooft ihr von diesem Brot esst und von dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.  (1. Korinther 11, 23-26)    

Gemeint ist hier der ewige Bund mit Jesus, zu dem wir gerufen und berufen sind. Viele Menschen in Mitteleuropa, die Mitglieder der großen Volkskirchen sind, schlagen diese Einladung Gottes Sonntag für Sonntag aus. Andere Völker, auf die wir Europäer noch vor 100 Jahren herabgeschaut haben, haben sich inzwischen von Jesus rufen lassen.

Die über 100 Millionen Christen in den jungen evangelischen Kirchen in China sind tief gläubig und höchst aktiv. In Afrika, Indien, Südkorea und Lateinamerika sind sonntags die Kirchen übervoll mit jungen Menschen. In Deutschland schießen derzeitig Freikirchen wie Pilze aus der Erde. Und immer wieder sind gerade auch die Menschen, die einen schweren Schicksalsschlag erlitten haben, auf besondere Weise offen für Gott. Im Gleichnis sind das die Armen, Verkrüppelten, Blinden und Lahmen…

Die Plätze an Gottes Tisch bleiben nicht leer. Der Knecht im Gleichnis gewinnt immer wieder neue Leute für seinen Herrn. Es kommt darauf an, dass auch wir Gottes Einladung annehmen. Jeder und jede von uns möge sich selber fragen: Wann habe ich das letzte Mal das Heilige Abendmahl mitgefeiert? Sollte ich nicht wieder daran teilnehmen?! Während ich mit den anderen Christen um den Altar stehe, wird deutlich: Gott sucht meine Gemeinschaft! Ich bin zur Gemeinschaft mit Gott und mit den anderen gerufen – hier in diesem Leben und dann in der Ewigkeit!

Das folgende Lied in unserem Gesangbuch bringt das Anliegen des heutigen Evangeliums auf den Punkt:

1) Gott rufet noch. Sollt ich nicht endlich hören?
Wie lass ich mich bezaubern und betören!
Die kurze Freud, die kurze Zeit vergeht,
und meine Seel noch so gefährlich steht.

2) Gott rufet noch. Sollt ich nicht endlich kommen?
Ich hab so lang die treue Stimm vernommen.
Ich wusst es wohl: Ich war nicht, wie ich sollt.
Er winkte mir, ich habe nicht gewollt.

4) Gott rufet noch. Ob ich mein Ohr verstopfet,
er stehet noch an meiner Tür und klopfet.
Er ist bereit, dass er mich noch empfang.
Er wartet noch auf mich; wer weiß, wie lang? (EG 392)

Liebe Gemeinde!

Solange wir das Vaterunser regelmäßig beten, haben wir die Einladungskarte, die Gott uns geschickt hat, noch nicht weggeworfen. Solange wir uns in unseren Gebeten privat mit Gott verbinden, haben wir den Ruf Gottes zu seinem Mahl in Gemeinschaft mit den vielen anderen noch nicht endgültig verworfen:

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus.

 

 

Einen gesegneten Sonntag und eine frohmachende sommerliche Woche wünscht Ihnen

Ihre Pastorin Astrid Schwerdtfeger

 

Predigt von Superintendentin Ulrike Schimmelpfeng im Gottesdienst in der St. Salvatoris-Kirche in Zellerfeld.

Predigttext Jona 1,1 bis 2,3 (Übersetzung Basisbibel)

Das Wort des Herrn kam zu Jona, dem Sohn des Amittai:
»Auf! Geh nach Ninive, in die große Stadt,
und rede ihr ins Gewissen!
Ihr böses Tun ist mir zu Ohren gekommen.«
Da machte sich Jona auf den Weg,
aber genau in die andere Richtung.
Er wollte vor dem Herrn nach Tarschisch fliehen.
Als er in die Hafenstadt Jafo kam,
lag dort ein Schiff, das nach Tarschisch fuhr.
Er zahlte den Fahrpreis und stieg ein,
um mit den Seeleuten nach Tarschisch zu gelangen.
So glaubte er, dem Herrn aus den Augen zu kommen.
 
Weg, nur weg, dachte sich Jona. Ins fremde Reich der Assyrer schickt Gott mich, nach Ninive, zu diesen Gottlosen?
Nein, ich nicht. Nach Tarschisch, nach Tarschisch, nichts wie weg hier.
 
Tarschisch ist eine Gegend im heutigen Spanien, damals von Israel aus gesehen das andere Ende der bekannten Welt.
Als ob einer hier seine Sachen packen und nach Neuseeland aufbrechen würde.
 
Doch der Herr ließ einen starken Wind losbrechen, der über das Meer fegte.
Der Sturm wurde immer stärker, und das Schiff drohte auseinanderzubrechen.
Die Matrosen fürchteten sich und schrien um Hilfe, jeder betete zu seinem eigenen Gott.
Dann begannen sie, die Ladung über Bord zu werfen, um das Schiff zu entlasten.
Jona aber war nach unten in den Frachtraum gestiegen.
Er hatte sich hingelegt und war eingeschlafen.
 
Waren Sie schon mal auf See, wenn das Meer nicht grade platt wie das Watt ist? Wenn die Wellen höher werden, so Windstärke 4, 5 oder 6? Das ist nicht mehr so richtig lustig.
Und gar erst hier: das Schiff droht auseinanderzubrechen. Da ist doch jeder an Deck, hängt Fische fütternd über der Reeling oder klammert sich an den Mast, verfolgt mit schreckgeweiteten Augen die verzweifelten Maßnahmen der Mannschaft.
Schlafen unten in der Hängematte? Nicht auszudenken.
Der Erzähler der Jonageschichte will uns ganz deutlich machen: Jona hat abgeschaltet.
Er ist nicht bei Bewusstsein für Gott und die Welt. Er steckt den Kopf in den Sand.
 
Da ging der Kapitän zu ihm hinunter und sagte:
»Wie kannst du nur schlafen?
Auf! Bete zu deinem Gott!
Vielleicht ist er der Gott, der uns retten kann.
Dann müssen wir nicht untergehen!«
 
Der Kapitän war offenkundig keiner, der an den Gott Israels glaubte.
Bisher nicht. Jetzt überlegt er, ob es hilfreich wäre, auf diesen Gott zu setzen.
 
Die Matrosen sagten zueinander:
»Auf! Lasst uns Lose werfen! Sie werden uns sagen,
wer schuld daran ist, dass dieses Unglück uns trifft!
«Also ließen sie das Los entscheiden,
und es traf Jona.
Da fragten sie ihn:
»Sag uns doch:
Wer ist schuld an diesem Unglück?
Bist du es?
Was ist dein Beruf?
Woher kommst du?
Wo bist du zu Hause?
Aus welchem Volk stammst du?«
Er antwortete ihnen: »Ich bin ein Hebräer.
Ich verehre den Herrn, den Gott des Himmels.
Er hat das Meer und das Festland geschaffen.«
Da ergriff die Männer große Furcht,
und sie sagten zu ihm: »Was hast du nur getan!«
Denn die Männer hatten von seiner Flucht erfahren.
Er hatte ihnen erzählt, dass er vor dem Herrn floh.
Sie fragten ihn:
»Was sollen wir mit dir tun,
damit sich das Meer beruhigt und uns verschont?
«Denn die See tobte immer wilder.
Da sagte er zu ihnen:
»Nehmt mich und werft mich ins Meer!
Dann wird es sich beruhigen und euch verschonen.
Denn ich weiß, dass es allein meine Schuld ist,
dass ihr in dieses Unwetter geraten seid.«
Die Männer aber versuchten,
mithilfe der Ruder das Festland zu erreichen.
Doch sie schafften es nicht,
denn die See tobte immer wilder gegen sie.
Da schrien sie zum Herrn und beteten:
»Ach, Herr, lass uns nicht untergehen,
wenn wir diesen Mann jetzt ins Meer werfen!
Gib uns nicht die Schuld an seinem Tod!
Denn du bist der Herr!
Wie es dein Wille war, so hast du es getan.«
Dann packten sie Jona und warfen ihn ins Meer.
Sofort beruhigte sich die See und hörte auf zu toben.
Da ergriff die Männer große Furcht vor dem Herrn.
Sie brachten dem Herrn ein Schlachtopfer dar
und legten Gelübde ab.
 
Die Schiffsbesatzung wird künftig kaum mehr zweifeln an diesem Gott Israels.
Es war gar nicht seine Absicht, aber durch Jonas Fehlverhalten hatten diese Leute Gott erkannt.
 
Der Herr aber schickte einen großen Fisch, der Jona verschlang.
Und Jona war drei Tage und drei Nächte lang im Bauch des Fisches.

 

Viele Kinder können erzählen, wie diese Geschichte weitergeht.
Wie der Fisch, den Jona wieder ausspuckt an Land, wie Jona sich dann doch noch nach Ninive aufmacht, predigt und die Leute von Ninive sich eines Besseren besinnen.
Der König vorneweg geht in Sack und Asche.
Wie Jona nicht nachvollziehen kann, dass Gott daraufhin gnädig mit den Niniviten ist, sich sauer zurückzieht.
Wie Gott ihm anhand eines Rhizinusstrauchs zeigt: Du bedauerst, dass der Strauch wieder verdorrt?
Versteh doch: Um wieviel mehr bedaure ich, wenn die Niniviten zugrunde gehen.
 
Die Geschichte von Jona wird im jüdischen Gottesdienst am großen Versöhnungstag gelesen, einem der wichtigsten Feste im Jahr. Weil sie zeigt, wie Gott gnädig ist mit Jona und gnädig ist mit den Niniviten.
 
Ich frage mich, wie sehr wir sind wie Jona. Laufen auch wir vor einem Auftrag davon? Sehen auch wir nicht, wie Gottes Zuwendung allen Menschen gilt?
 
Gott hat jede und jeden von uns an einen Platz mitten in diese Welt gestellt. Gott hat uns ausgestattet mit seiner Liebe. Immer einmal wieder gilt es zu fragen: Wo will Gott mich denn eigentlich genau haben? Und wie will Gott, dass ich bin?
 
Ich stelle diese Frage allerdings auch für uns als Kirchengemeinden: was genau ist Gottes Auftrag für unsere Kirche an genau diesem Ort, an dem wir leben? Wenn nicht grade die Coronapandemie alles lahm legt, machen wir viel in unseren Gemeinden. Aber ist es auch das, was Gott von uns will? Oder will er uns noch in ganz anderen Aufgaben aktiv wissen?
 
Ich glaube, dass genau JETZT die Zeit ist, darüber in unseren Kirchenvorständen und als Gemeindeglieder, die sich engagieren, nachzudenken.
 
Ich glaube, dass es dafür nötig ist, dass wir uns neu umschaun. Jona hat nicht für möglich gehalten, dass die Niniviten tatsächlich auf seine Predigt hören und ihr Leben verändern.
Ich fürchte, manchmal halten auch wir nicht für möglich, dass die Menschen, die nicht oder nicht so oft bei unseren Gottesdiensten oder Veranstaltungen auftauchen, auch so ihren Glauben haben, auch über Gott und die Welt nachdenken.
Ich vermute, wir müssen uns neu auf den Weg machen in unseren Gemeinden, aus unseren Komfortzonen herauszugehen und zu schauen, wem geht es hier eigentlich grade wie?
Was wird gebraucht?
Wo könnte unser Auftrag Kirche zu sein, noch ganz anders gefüllt werden?
Was denken die Kinder in der Kita und ihre Eltern über Gott?
Wie ist das bei euch Jugendlichen?
Wie sehen unsere Politiker uns als Kirche und wo würden sie uns gern mehr sehen?
 
Es geht mir nicht darum, dass wir IRGENDetwas machen.
Aber schon darum, dass wir uns neu fragen:
Wenn wir durch die Geschichten der Bibel hindurch auf unsere Umgebung schauen, was ist dann dran?
Dazu werden wir uns von manchem, was wir bisher tun – in Würde – verabschieden müssen.
Wir sind nicht Gott, wir können nicht alles.
In Zukunft werden unsere Gemeinden sich eher konzentrieren müssen, einen Schwerpunkt setzen auf EIN Thema, was grad dran ist.
 
Das Jonabuch endet mit einer Frage:
Gott fragt: Soll Ninive mir nicht leid tun?
Sollte ich nicht auch für die Niniviten, all die vielen Menschen und Tiere in dieser Stadt da sein?

 

Und der Friede Gottes,
der alles Verstehen übersteigt,
soll eure Herzen und Gedanken behüten.
Er soll sie bewahren
in der Gemeinschaft mit Jesus Christus.

Amen

Superintendentin Ulrike Schimmelpfeng

 

Pfarramt

Zur Zeit Vertretung:
 
 
Pastorin Astrid Schwerdtfeger
Markt 21
37539 Bad Grund
Tel. 05327 / 8388-0
 

Pastor Michael Henheik
Markt 21
37539 Bad Grund
Tel. 05327 / 8388-0
 

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