antonius-altar-schiff-header gemeindebrief-header wildemann-empore-kirche-altar-header

Wir freuen uns auf Ihren Besuch:

Himmelfahrt, 13. Mai 2021, 11:00 Uhr Gottesdienst im Antoniusgarten am Eichelberg in Bad Grund

(bei Regenwetter in der St. Antonius-Kirche)

Pfingstsonntag, 23. Mai 2021, 9:30 Uhr Festgottesdienst in der Maria-Magdalenen-Kirche Wildemann

Pfingstsonntag, 23. Mai 2021, 11:00 Uhr Festgottesdienst im Antoniusgarten am Eichelberg in Bad Grund

(bei Regenwetter in der St. Antonius-Kirche)

Zur Zeit wegen der Corona-Pandemie Anmeldungen erforderlich (Tel. s. unter Ihrer Kirchengemeinde)

 

Herzliche Grüße zum Muttertag!

Liebe Mütter,
seien Sie Ihren Kindern dankbar, denn durch sie haben Sie reiche Erfahrungen gemacht. Sie durften Leben weiterschenken!
 
Liebe Kinder,
seid Eurer Mutter dankbar, ohne sie wäret Ihr nicht am Leben!
 

Meine Ausführungen zum Muttertag will ich mit einem recht konservativen Gedicht beginnen. Lassen Sie sich davon nicht schocken! Es kommen danach noch ganz andere provozierende Gedanken:

Wenn du noch eine Mutter hast,
so danke Gott und sei zufrieden;
Nicht allen auf dem Erdenrund
Ist dieses hohe Glück beschieden.
 
Wenn du noch eine Mutter hast,
so sollst du sie mit Liebe pflegen,
dass sie dereinst ihr müdes Haupt
In Frieden kann zur Ruhe legen.

Denn was du bist, bist du durch sie;
sie ist dein Sein, sie ist dein Werden,
Sie ist dein allergrößtes Gut,
Und ist dein größter Schatz auf Erden.

Sie hat vom ersten Tage an,
Für dich gelebt mit bangen Sorgen;
Sie brachte abends dich zur Ruh'
und weckte küssend dich am Morgen.

Und warst du krank, sie pflegte dein,
Den sie mit tiefem Schmerz geboren;
Und gaben alle dich schon auf –
Die Mutter gab dich nicht verloren.


Sie lehrte dich den frommen Spruch,
Sie lehrte dich zuerst das Reden;
Sie faltete die Hände dein,
Und lehrte dich zum Vater beten.

Sie lenkte deinen Kindersinn,
Sie wachte über deine Jugend;
Der Mutter danke es allein,
wenn du noch gehst den Pfad der Tugend.

Und hast du keine Mutter mehr,
Und kannst du sie nicht mehr beglücken,
so kannst du doch ihr frühes Grab
mit frischen Blumenkränzen schmücken.

Ein Muttergrab, ein heilig Grab,
Für dich die ewig heil'ge Stelle;
O, wende dich an diesen Ort,
Wenn dich umtost des Lebens Welle!

Friedrich Wilhelm Kaulisch (1827 - 1881), deutscher Schriftsteller, Lyriker, Erzähler und Romanautor

Liebe Gemeinde!

Zwei völlig verschiedene Gedichte geschrieben aus unterschiedlichen Überzeugungen schicke ich Ihnen hier zum Muttertag!

Das Gedicht von Friedrich Wilhelm Kaulisch stammt aus dem 19. Jahrhundert und entspricht der konservativen Tradition des Muttertags zu Ehren der Mutter und der Mutterschaft.

Die Gedanken klingen altbacken. Manch einer wird sich auf moralische Weise zur Dankbarkeit gegenüber seiner Mutter genötigt fühlen. Viele moderne Frauen lehnen dieses Mutter- und Frauenbild für sich selber ab.

Dennoch transportiert das Gedicht Richtiges. Da ist die banale Tatsache, dass meine Eltern bzw. meine Mutter die beste Mutter für mich gewesen ist, die ich haben konnte, da eine andere Frau nicht mich hervorgebracht hätte. Die andere Tatsache lautet: Es ist gut, das festzuhalten, wofür man dankbar sein kann. In den allermeisten Fällen hat die Mutter Dankbarkeit verdient. Unsere Dankbarkeit macht das eigene Leben hell und hilft zu vergeben, was uns unsere Mutter vielleicht schuldig geblieben ist.

Die Ansprüche der Eltern an die Kinder bzw. auch der Kinder an die Eltern sind sehr unterschiedlich. Über Jesus ist in diesem Zusammenhang eine erstaunliche Begebenheit überliefert:

Als Jesus noch zu dem Volk redete, siehe, da standen seine Mutter und seine Brüder draußen, die wollten mit ihm reden. Da sprach einer zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen mit dir reden. Er antwortete aber und sprach zu dem, der es ihm ansagte: Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder? Und er streckte die Hand aus über seine Jünger und sprach: Siehe da, das ist meine Mutter und das sind meine Brüder! Denn wer den Willen tut meines Vaters im Himmel, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter. (Mt 12,46 – 50)

Als Hintergrund dieser Geschichte wird angenommen, dass Maria samt Verwandtschaft das öffentliche Auftreten Jesu für anstößig hielt. Sie wollte ihn zurück nach Hause bringen. Er sollte mit seinen Lieben wieder ein anständiges bürgerliches Leben führen.

Jesus löst sich von seiner Mutter und von seiner Familie, um den eigenen Weg zu gehen und seiner persönlichen Berufung zu folgen. Auch in der folgenden Begegnung wird das deutlich:

Da erhob eine Frau aus der Menge ihre Stimme und rief ihm zu: Selig der Schoß, der dich getragen, und die Brust, die dich gestillt hat! Jesus aber erwiderte: Selig sind vielmehr, die das Wort Gottes hören und es befolgen! (Lukas 11,27-28)

Wie die persönliche Beziehung zwischen Jesus und seiner Mutter ausgesehen hat, wissen wir nicht. Bekannt ist die Tatsache, dass sich Jesus durchaus um das Schicksal der Mutter nach seinem Tod gekümmert hat, indem er Maria seinem Lieblingsjünger Johannes anvertraut hat, sie also versorgt zurückgelassen hat. Die oben zitierten Bibelstellen lassen allerdings keine Zweifel darüber aufkommen, dass es bei aller gebotenen Dankbarkeit und Verpflichtung Grenzen der Bindung an die eigene Mutter geben muss. Genauso haben die Ansprüche, die Eltern an ihre Kinder stellen dürfen, deutliche Grenzen.

Das drückt Khalil Gibran auf beeindruckende Weise in seinem Gedicht aus:

Eure Kinder sind nicht eure Kinder
Sie sind die Söhne und die Töchter der Sehnsucht
des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,
Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
 
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken,
Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen,
Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt,
nicht einmal in euren Träumen.
 
Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein,
aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts
noch verweilt es im Gestern.
 
Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder
als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,
und er spannt euch mit seiner Macht,
damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Laßt eure Bogen von er Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;
Denn so wie er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.

Khalil Gibran (06.01.1883, † 10.04.1931)

Liebe Gemeinde!

Es sieht so aus, dass ein Balanceakt geboten ist: Auf der einen Seite erinnert uns der Muttertag daran, unseren Müttern dankbar zu sein. Gut, wenn wir eine angemessene Form finden, unseren Dank zum Ausdruck zu bringen. Auf der anderen Seite müssen wir wie Jesus unsere Mütter ein Stück weit hinter uns lassen, um den eigenen Weg unter die Füße zu nehmen.

In unserer Zeit gibt es ja die unterschiedlichsten Konstellationen: Zuweilen müssen auch erwachsene Kinder ihre Mütter von kindlichen Ansprüchen verschonen und akzeptieren, dass die Mütter in der zweiten Lebenshälfte ihr Leben auf überraschende Weise neu gestalten.

Gegenseitige Dankbarkeit und Respekt sind heilsam. Genauso tut es gut, wenn sich Eltern und Kinder gegenseitig helfen und einander zugleich frei lassen. Das ist im Sinne des Liebesgebotes: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! (3. Mose 19,8)

 

Einen frohen und gesegneten Muttertag wünscht Ihnen

Ihre Pastorin Astrid Schwerdtfeger

 

 

 

 

 

 

 

 

Kantate heißt übersetzt „Singt!“

 

Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder (Psalm 98,1). Dem Jubel über die Erneuerung der Schöpfung am vergangenen Sonntag folgt der Sonntag des Lobgesangs zu Gottes Ehre. Heute steht das betende Singen und das singende Beten im Mittelpunkt: „Mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Lieder singt Gott dankbar in euren Herzen!“

 

Psalm 98

 

Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder: Er schafft Heil mit seiner Rechten und mit seinem heiligen Arm.
Der HERR lässt sein Heil verkündigen; vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar.
Er gedenkt an seine Gnade und Treue für das Haus Israel, aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.
Jauchzet dem HERRN, alle Welt, singet, rühmet und lobet!
Lobet den HERRN mit Harfen, mit Harfen und mit Saitenspiel! Mit Trompeten und Posaunen jauchzet vor dem HERRN, dem König!
Das Meer brause und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen.
Die Ströme sollen in die Hände klatschen, und alle Berge seien fröhlich vor dem HERRN!
Denn er kommt, das Erdreich zu richten. Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker, wie es recht ist.

 

Predigt zum Sonntag Kantate

 

Liebe Gemeinde!

Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder! So lautet der heutige Wochenspruch.

Mit dem Singen ist es so eine Sache. Einerseits lassen heutzutage die meisten Menschen singen. Wo man hinkommt, läuft Musik. Ständig hört man Profis singen. Deshalb meinen viele Zeitgenossen: „Ich kann nicht singen!“. Das allerdings würde ich nicht gelten lassen. Jeder Mensch kann singen, aber viele trauen sich nicht, weil sie meinen, sie singen nicht gut genug oder gar falsch. Außerdem finden es manche Leute peinlich, wenn andere sie singen hören.

In den christlichen Kirchen gibt es eine große Kultur des Gesangs. Völlig unterschiedlich sind die Gesänge in den orthodoxen Kirchen, in den katholischen und lutherischen Kirchen und in den Freikirchen.

Die Reformation hat sich über das Land gesungen. Die Lieder, die Martin Luther komponiert hat, waren für die Menschen damals wie Schlager. Man hat sie in den Häusern und auf den Gassen gesungen, und damit haben sich auch die Texte, die den evangelischen Glauben ausgedrückt haben, in den Herzen der Menschen festgesetzt.

„Ein feste Burg ist unser Gott!“ oder „Vom Himmel hoch da komm ich her“ oder „Verleih uns Frieden gnädiglich!“ oder „Vater unser im Himmelreich“ und viele, viele Glaubenslieder mehr.

Ständig sind neue Glaubenslieder dazugekommen, auch ganz moderne, so wie Sie es auf dem Video mit unserem Ostergottesdienst in der Maria-Magdalenen-Kirche zu Wildemann hören können. Junge Leute aus der Pfingstgemeinde in Clausthal haben für uns ihre geistlichen Lieder gesungen – nein, nicht für uns, sondern zum Lob Gottes! Das ist entscheidend wichtig!

Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder!

Seit über einem Jahr kommt neben der Scheu vieler unserer Zeitgenossen, geistliche Lieder zu singen, noch etwas anderes dem Gesang in die Quere: Die Pandemie verbietet uns, gemeinschaftlich zu singen. Es ist, als wenn Gott zu uns sagen würde: „Ihr wolltet nicht mehr für mich singen. Nun dürft ihr es auch nicht mehr!“

In meiner zweiten Gemeinde haben die Leute im Gottesdienst so gar nicht aus voller Kehle gesungen, sondern nur leise vor sich hin gebrummt. Dann kam mein Geburtstag. Die kirchlichen Mitarbeiter sangen an der Geburtstagstafel Lieder aus dem Harzclub, und zwar laut und fröhlich. Ich sagte. „Ihr könnt ja singen! Warum singt Ihr denn in der Kirche so verhalten?“ Was ich als Antwort bekam, hat mich verwundert – bis heute: „In der Kirche singt man doch nicht laut!“

Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder!

Wenn wir für Gott unsere Lieder singen wollen und sollen, dann müsste das schon aus ganzem Herzen sein und nicht halbherzig gemurmelt!

Seit einem Jahr nun spielt die Orgel unsere Choräle ohne Gemeindegesang. Manche Pastoren sprechen den Text dazu. Ich mag das nicht tun. Es ist so traurig…Wie sollen wir da das Sprichwort deuten: „Wo man singt, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen haben keine Lieder.“?

 

Liebe Gemeinde,

Singen ist eine besondere Form des Gebetes. Seit 3000 Jahren (oder schon viel länger) singen und loben die Glaubenden Gott mit ihren Gesängen. Unsere Psalmen waren ursprünglich Lieder. König David hat die Psalmlieder auf seiner Laute begleitet!

Das Singen schafft eine wunderbare Verbindung mit Gott. Man kann auch sagen: Das Singen ist ein Kanal zu Gott. Über unseren Gesang empfängt Gott unser Lob und unsern Dank. Gleichzeitig können wir zuweilen, wenn wir Gott loben und preisen, seine göttliche Gegenwart spüren. Wenn wir von ganzem Herzen anbetend singen, werden wir ein Stück weit mit hineingenommen in die göttliche Wirklichkeit. 

Es gibt nervige Klänge und es gibt heilende Klänge.

Hildegard von Bingen wird nicht nur als Heilige verehrt, sie ist auch als eine große Frau der mittelalterlichen Naturheilkunde bekannt. Sie mahnt: „Vergesst das Halleluja nicht!“ Denn das Halleluja inbrünstig gesungen preist Gott und reinigt zugleich die Psyche. Ja, das Halleluja wirkt mit seinen Vokalen heilsam auf unseren Leib und auf unsere Seele. Diese und andere Erkenntnisse hat die moderne Klangtherapie aufgegriffen, aber dafür muss man viel Geld bezahlen. 

Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder!

Was es nun mit dem neuen Lied auf sich hat, so möchte ich sagen: Es gibt einen Traditionalismus, der alles Neue ablehnt. In manchen Kirchen und in manchen Gemeinden gelten allein die alt ehrwürdigen Lieder von einst. Alles andere wird als oberflächlich abgelehnt. Genauso gibt es das Gegenteil: Manche Christen schätzen die alten Kirchenlieder gering: „Warum immer das alte Zeug?“ fragen sie. „Warum nicht mal was Modernes, etwas Cooles, etwas, was alle gut finden?!“

Aber es geht ja nicht um cool und modern. Es geht darum, dass wir geistliche Lieder singen, die uns helfen, unsere Herzen zu Gott zu erheben. Und das können sowohl alte als auch neue Lieder sein:

„Ich singe dir mit Herz und Mund
Herr, meines Herzens Lust;
ich sing und mach auf Erden kund,
was mir von dir bewusst.

Ich weiß, dass du der Brunn der Gnad
und ewge Quelle bist,
daraus uns allen früh und spat
viel Heil und Gutes fließt.“ (EG 324)

Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder!

Sowohl die alten als auch die neuen Kirchenlieder haben das Potential, dass sie, wenn sie für Gott gesungen werden, für den Sänger und die Sängerin neue Erfahrungen ermöglichen. Sie können den Glauben stärken oder gar hinein in neue Gotteserfahrungen führen. „Wer singt, der betet doppelt!“ heißt es seit Augustinus.

Wenn wir Gott mit unseren Liedern loben, bringen wir ihm unsere Sehnsucht nach Liebe. Zugleich empfangen wir seine Liebe: Die Gewissheit, dass wir zu ihm gehören und in ihm aufgehoben sind. Das Singen macht uns selber neu, lebendig und froh – so wie es einem unserer neueren Kirchenlieder heißt:

„Die Gott lieben werden sein wie die Sonne, die aufgeht in ihrer Pracht! Die Gott lieben werden sein wie die Sonne, die aufgeht in ihrer Pracht!“ (nach Richter 5,31b)

Also: Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder!

Die Pandemie fordert uns gegenwärtig heraus. Ein großer Teil der Menschen hat sehr viel mehr Zeit als früher. Es gibt weniger Geselligkeit, es gibt weniger Unternehmungen. Schon gar nicht gibt es gemeinschaftliches Singen. Die Chorleiter in unserer Kirche sind mehr als frustriert…

Aber es gibt durchaus die Möglichkeit, dass wir allein singen – im Wald oder zu Hause. Das Gesangbuch ist nicht nur für den Gottesdienst gedacht, sondern auch für das andächtige Singen daheim! Versuchen wir es doch einfach! Beginnen wir mit den Liedern, die wir kennen. Über YouTube können wir uns auch an die Lieder heranwagen, die wir noch nicht so gut kennen. Da kann man einfach mitsingen!

Wie gesagt, die Ausrede „Ich kann nicht singen!“ gilt nicht. Meine beste Freundin ist mit einem Mann verheiratet, der eine christliche Band leitet. Der sagt ihr immer wieder einmal: „Es ist wirklich erstaunlich mit dir. Du singst stets ein paar Töne tiefer, als du solltest“. Und er sagt das ausgesprochen liebevoll.

Ja, liebe Gemeinde, ein paar Töne tiefer oder höher als vorgesehen, das mag schräg klingen, aber NA UND? Wer singt, der betet doppelt! Auf das Gebet im Singen kommt es an, nicht auf den künstlerischen Reifegrad! Also an alle, die meinen, nicht singen zu können:  

Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder!

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne und Euer Singen in Christus Jesus. Amen.

 

Gebet

 

Gott, unsere Herzen singen dir vor Freude ein Lied, denn du hast uns mit deiner Gnade erfüllt. Unser Mund quillt über vor Dankbarkeit für Deine Barmherzigkeit. Wir bitten dich: Segne du uns an diesem Sonntag durch deine Gegenwart. Erfülle uns mit deiner Liebe, dass wir dir mit allen Engeln lobsingen in Ewigkeit. Das bitten wir dich durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen

 

Eine gute und frohe erste Maiwoche mit Gottes reichem Segen wünscht Ihnen

Ihre Pastorin Astrid Schwerdtfeger

 

Jubelt! Lobet Gott!

Wie leicht ist es, im Frühjahr in den Jubel der erwachenden Natur einzustimmen. Ihr Wiederaufblühen wird in der Osterzeit zum wunderbaren Sinnbild der Auferstehung.

Schöpfung und neues Leben sind Themen des Sonntags Jubilate. Auch Christen sind der Vergänglichkeit unterworfen. Und doch haben sie bereits eine Ahnung von neuem Leben. Denn Jesus ist auferstanden. Für den, der daran glaubt, hat der Tod seine Endgültigkeit verloren. Neu zu werden ist möglich, auch hier und heute. Das ruft uns der Wochenspruch zu:

Wochenspruch: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. (2. Kor 5, 17)

Gebet: Jesus Christus, du bist der Anfang der neuen Schöpfung. Indem du den Tod überwunden hast, ist für uns eine neue Zeit angebrochen. Wir bitten dich: Lass uns immer wieder spüren, was es heißt, der neuen Schöpfung anzugehören. Hilf, dass wir die Freude darüber hinaustragen zu allen Menschen. Das bitten wir dich, der du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und regierst in Ewigkeit. Amen                          (M. Senftleben EKD)                                                                                                                                                                                                                                                 

In Gott leben, weben und sind wir - Aus der Apostelgeschichte im 17. Kapitel:

Paulus aber stand mitten auf dem Areopag und sprach: Ihr Männer von Athen, ich sehe, dass ihr die Götter in allen Stücken sehr verehrt. Denn ich bin umhergegangen und habe eure Heiligtümer angesehen und fand einen Altar, auf dem stand geschrieben: Dem unbekannten Gott. Nun verkündige ich euch, was ihr unwissend verehrt:

Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darinnen ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind. Auch lässt er sich nicht von Menschenhänden dienen wie einer, der etwas nötig hätte, da er doch selber jedermann Leben und Odem und alles gibt. Und er hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen, dass sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir; wie auch einige Dichter bei euch gesagt haben: Wir sind seines Geschlechts.

Da wir nun göttlichen Geschlechts sind, sollen wir nicht meinen, die Gottheit sei gleich den goldenen, silbernen und steinernen Bildern, durch menschliche Kunst und Gedanken gemacht. Zwar hat Gott über die Zeit der Unwissenheit hinweggesehen; nun aber gebietet er den Menschen, dass alle an allen Enden Buße tun. Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er richten will den Erdkreis mit Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und hat jedermann den Glauben angeboten, indem er ihn von den Toten auferweckt hat.

Als sie von der Auferstehung der Toten hörten, begannen die einen zu spotten; die andern aber sprachen: Wir wollen dich darüber ein andermal weiterhören. So ging Paulus weg aus ihrer Mitte. Einige Männer aber schlossen sich ihm an und wurden gläubig. (Apg. 17,22-34)

Liebe Gemeinde,

Paulus predigt in Athen von dem einen Gott. Dabei geht er nebenbei auf die anderen Götter ein, deren Heiligtümer er bei einer Stadtbesichtigung gesehen hat.

Ganz ähnlich ist es offenbar auch bei uns. Immerhin vergöttern auch wir so einiges. So manches machen wir zu Göttern. Ich denke dabei zum Beispiel an den Fußballgott. Oder wir vergöttern Menschen, weil sie uns wichtig sind und uns faszinieren. Wieder andere vergöttern sich selbst oder das, was sie besitzen.

Wenn Paulus heute unter uns wäre, würde er sicher predigen: Ihr Lieben, Ihr habt so eure Götter, aber habt ihr dem einen Gott schon genug Aufmerksamkeit geschenkt? Es ist der Gott, der all die vergänglichen Ersatzgötter relativiert. Es ist der Gott, der den Himmel, die Erde und alles, was lebt geschaffen hat. Es ist der Gott, der auch dich und mich geschaffen hat.

Die Herausforderung, vor die uns der wahre Gott stellt, ist, dass man ihn nicht sehen kann. Dafür kann man ihn fühlen und finden. Aber wie soll das gehen – Gott suchen, fühlen und finden? Paulus gibt uns einen Hinweis, wie das gehen könnte. Er sagt: „Gott ist nicht ferne. In ihm leben, weben und sind wir.“

Das ist faszinierend. Wir leben inmitten der göttlichen Wirklichkeit. Das heißt: Gott umgibt uns von allen Seiten. Wir können seine Macht und seine Kraft erfahren!

Nein, Gott ist nicht weit weg. Er ist nicht auf „Wolke Sieben“! Er ist uns nahe. Paulus sagt: Wir weben und sind in Gott.

„Weben“ verstehe ich hier als Bild für unser „Verwobensein“ mit Gott. Wie in einem schönen Stoff die Fäden miteinander verwoben sind, so sind wir mit Gott verwoben. Er ist mit uns verwoben. Wir sind mit ihm verwoben. So nahe ist uns unser Gott!

Schenken wir doch unserem Gott, in dessen Sein auch wir sind, mehr Aufmerksamkeit! Jubilieren wir dankbar über unser „Verwobensein“ mit der göttlichen Dimension!

Nutzen wir die Nähe Gottes, um mit ihm zu reden! Nutzen wir Gottes Kraftfeld, um seine Kraft zu empfangen und weiterzugeben! Vertrauen wir auf das „Verwobensein“ mit Gott als nie endenden Zustand, also in alle Ewigkeit! Amen

Pastor Ralph Schwerdtfeger

Heilige Familie - Triptychon des Miraflores-Altars von Rogier van der Weyden (wikipedia)

Gebet:

In dir bleiben,
Christus.
Die Kraft von dir empfangen.
Aus deiner Wurzel leben.
Aufnehmen und weiterreichen,
was du uns gibst.
Frucht bringen.
Christus, ohne dich können wir nichts tun.

Du gibst die Kraft.
Aus dir strömt sie.
Gib sie denen,
die müde sind,
die erschöpft sind von Corona,
die sich aufreiben in der Sorge für andere,
deren Mut aufgebraucht ist,
die sich fürchten vor dem, was kommt.
Du bist die Wurzel, die trägt.
Erbarme dich.

Du bist der Friede.
Du berührst die Herzen.
Verwandle die Hartherzigen,
die Kriegsherren und
die Lügner.
Ihr Gift sei wirkungslos,
weil du ihre Opfer heilst.
Du bist das Glück für die Schwachen.
Erbarme dich.

Du bist die Liebe.
Du machst alles neu.
Du bleibst.
Bleib bei den Trauernden, Christus,
und bei den Liebenden,
denn ohne dich verlieren sie sich.

Du Liebe,
sprich zu uns,
zu deiner Gemeinde
und zu deiner weltweiten Kirche.
Bleib bei uns.
Christus, ohne dich können wir nichts tun.
Du bist der Weinstock.
Erbarme dich
heute und alle Tage, die kommen. Amen.                 

(Quelle: Wochengebet der VELKD, www.velkd.de)

Eine frohe und gesegnete Woche wünsche Ihnen  

Ihre Pastorin Astrid Schwerdtfeger

Der gute Hirte

Manchmal wünsche ich mir einen, der für mich sorgt, der mir den rechten Weg zeigt und mich unbeschadet durch Gefahren führt, einen, der meinen Durst nach Leben stillt und nach mir sucht, wenn ich verloren gehe.

Jesus, der „gute Hirte“ steht im Zentrum des zweiten Sonntags nach Ostern. Das Urbild des Schäfers spricht Kinder wie Erwachsene an. Das Neue Testament bekennt Christus als den guten Hirten, der das Verlorene nicht aufgibt und der sein Leben für das ihm Anvertraute lässt. Jeder einzelne zählt. Die biblischen Texte warnen aber auch vor schlechten Hirten, die nur an ihr eigenes Wohl denken, bei Gefahr davonlaufen und das Schwache nicht stärken. Da gilt es, sich an den guten Hirten zu halten und nach seinem Beispiel selbst auf andere zu achten. (VELKD)

Der HERR ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße
um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch
im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl
und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit
werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben
im Hause des HERRN immerdar.

(Psalm 23)

Aus dem Evangelium nach Johannes im 10. Kapitel:

Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. Der Mietling, der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht – und der Wolf stürzt sich auf die Schafe und zerstreut sie –, denn er ist ein Mietling und kümmert sich nicht um die Schafe. Ich bin der gute Hirte; ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich. Meine Schafe hören auf meine Stimme, ich kenne sie und sie folgen mir. Ich gebe ihnen das ewige Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen!“ Joh. 10,11-14.27f)

Liebe Gemeinde,

es ist immer wieder die alte Frage: Wollen Sie ein Schaf sein? Brauchen Sie einen Hirten?

Wenn man jung ist, gesund und kräftig, will man mit diesen alten Bildern nichts zu tun haben: „Ich bin kein Schaf. Ich bin ein vernunftbegabter Mensch! Ich brauche auch keinen Hirten. Ich kann selber auf mich aufpassen. Ich gehe dahin, wo es mir passt. Ich will gar nicht geführt und bevormundet werden. Lasst mich auch mit Kirche und den alten Regeln in Ruhe. Ich bin ein selbständiger Mensch und gestalte mein Leben nach meinen eigenen Vorstellungen!“

Wenn dann Krisen über unser Leben hereinbrechen, empfinden wir anders, auch wenn wir alt werden oder krank. Dann sehnen wir uns nach Hilfe und Betreuung: Es soll einer da sein, der für uns sorgt. Wir hoffen auf einen Gott, der uns trägt und hilft.

Das Bild vom Guten Hirten, der sein Schaf auf den Schultern trägt, ist ein Bild, das unzähligen Christen Hoffnung geschenkt hat. Dieses Motiv gibt es als Ikone, als Gemälde und als Skulptur.

Ja, diese Vorstellung kann in so manchen Situationen des Lebens gut tun: Gott, der gute Hirte kümmert sich um mich. Er geht mir nach, er findet mich, er birgt mich in seinen Armen und bringt mich am Ende heim zu Gott. Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln!

Das ist auch die zentrale Botschaft des lutherischen Glaubens. Im Evangelium sagt Jesus: Ich bin der gute Hirte. Ich gebe meine Leben für die Schafe! Für Martin Luther ist das der wichtigste Gedanke: Jesus ist für uns gestorben. Er hat sich für unsere Sünden hingegeben. Deswegen sind wir frei. Deshalb ist uns unsere Schuld vergeben. Deshalb kommen wir in den Himmel. Wir müssen, ja wir können nichts tun. Der gute Hirte hat alles übernommen! Das ist die entscheidende Botschaft. Martin Luther ist nicht müde geworden, dies zu betonen: Unsere guten Werke helfen nicht, Jesus hat alles für uns getan!

Das ist absolut richtig. Das ist frohe Botschaft pur. Aber diese Botschaft hat im Laufe der Glaubensgeschichte viele evangelische Christen zu ausgesprochen passiven Christen gemacht:

  • Wozu soll ich in die Kirche gehen? Ich komme ja sowieso in den Himmel!
  • Wieso soll ich in der Bibel lesen? Ich bin konfirmiert. Ich zahle Kirchensteuer. Gott wird schon alles Weitere regeln!
  • Warum soll ich mich engagieren? Der liebe Gott engagiert sich ja!
  • Und der Pastor soll sich gefälligst engagieren. Das Wort Pastor bedeutet ja schließlich Hirte!
  • Ich mache das passive Schaf. Als Schaf darf ich ja sogar auf Abwege geraten. Der liebe Gott wird es schon richten!

Der große evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer hat in diesem Zusammenhang von der „billigen Gnade“ gesprochen und den Begriff der Nachfolge Jesu in den Mittelpunkt seiner Verkündigung gestellt.

Dietrich Bonhoeffer schreibt: Billig ist die Gnade, die dem Menschen großzügig verteilt wird, ohne ihn zur Nachfolge Jesu aufzurufen. Er empfängt die Gnade, darf jedoch in seinem alten Leben verweilen, ohne seinem Leben eine 180 Grad-Wendung, hinein in die Nachfolge, zu verpassen. Das Austeilen der Gnade gleicht einem großen Ausverkauf. Die Kirche schleudert die Gnade dem Kunden wie einen Restposten von einem großen Verkaufstisch entgegen. Gnade ohne den Ruf in die Nachfolge, ohne die Aufforderung „Folge mir nach!“ hat nichts mit Jesus, dem Kreuz oder der Auferstehung zu tun.

Für Bonhoeffer ist das größte Missverständnis von vielen evangelischen Christen zu meinen, dass die Gnade uns vom unbedingten Gehorsam gegenüber Gott freistellt, dass auf die Gnade kein Handeln folgen müsse. Bonhoeffer erinnert an den Ruf Jesu Christi in die Nachfolge, für die ein Mensch alles aufgeben wird.

In der Nachfolge Jesu hat sich Dietrich Bonhoeffer im Widerstand gegen Hitler engagiert. Unter anderem hat er geholfen, Juden außer Landes zu bringen. Er kam ins Gefängnis und wurde kurz vor Kriegsende hingerichtet.

Jesus sagt: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben behalten will, der wird's verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird's behalten.                        

Liebe Gemeinde, was für ein Schaf sollen wir nun sein? Ein Schaf, das sich vom Guten Hirten tragen lässt? Oder ein Schaf, das dem Guten Hirten nachfolgt?

Ich denke, im Laufe unseres Lebens werden wir beides sein. Wir werden uns in beiden Rollen wiederfinden. Wir dürfen uns bei Gott geborgen wissen und wir können uns in der Nachfolge Jesu riskieren, weil wir wissen: Im Allerletzten kann uns nichts passieren!

Jesus, der gute Hirte hat uns ja versprochen:

„Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir. Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen!“

In diesem Sinne ist auch das Gedicht von Margaret Fishback Powers zu verstehen. Es trägt den Titel „Spuren im Sand“:

Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten,
Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben.
Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigene und die meines Herrn.

Als das letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen
war, blickte ich zurück. Ich erschrak, als ich entdeckte,
das an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur
zu sehen war. Und das waren gerade die schwersten
Zeiten meines Lebens.
Besorgt fragte ich den Herrn:
“Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du
mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich, das in den schwersten Zeiten
meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist.

Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am
meisten brauchte?”

Da antwortete er:
“Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie
allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
Dort wo du nur eine Spur gesehen hast,
da habe ich dich getragen.”

Spuren im Sand

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Gebet: Gott, wir danken dir für Jesus Christus, deinen Sohn, der uns wie ein guter Hirte auf unseren Wegen begleitet. Wir bitten dich:

  • Bleibe bei uns, führe uns sicher durch alle Gefahren
  • Hilf uns, auf dem Weg zu bleiben, den du für uns bestimmt hast
  • Gib uns Kraft, den Menschen, die du uns anvertraut hast, ein guter Hirt oder eine gute Hirtin zu sein.

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.Amen.

Einen gesegneten Sonntag und eine frohe sonnige dritte Woche in der Osterzeit wünscht Ihnen

Ihre Pastorin Astrid Schwerdtfeger

 

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. (Wochenspruch - 1. Petr 1, 3)

Gebet

Gott, wir haben deinen Sohn Jesus Christus nicht mit eigenen Augen gesehen und unsere Hände haben seinen Leib nicht berührt. Dennoch wagen wir, an ihn zu glauben. Wir bitten dich, rüste uns aus mit deiner Kraft und sende uns deinen Geist, der uns in alle Wahrheit leitet. Durch Jesus Christus, deinen Sohn. Amen     (EKD)

Evangelium - Johannes 21,1-14

Danach offenbarte sich Jesus abermals den Jüngern am See von Tiberias. Er offenbarte sich aber so:

Es waren beieinander Simon Petrus und Thomas, der Zwilling genannt wird, und Nathanael aus Kana in Galiläa und die Söhne des Zebedäus und zwei andere seiner Jünger. Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sprechen zu ihm: Wir kommen mit dir. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot, und in dieser Nacht fingen sie nichts.

Als es aber schon Morgen war, stand Jesus am Ufer, aber die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sprach zu ihnen: Werft das Netz aus zur Rechten des Bootes, so werdet ihr finden. Da warfen sie es aus und konnten’s nicht mehr ziehen wegen der Menge der Fische.

Da spricht der Jünger, den Jesus lieb hatte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte: »Es ist der Herr«, da gürtete er sich das Obergewand um, denn er war nackt, und warf sich in den See. Die andern Jünger aber kamen mit dem Boot, denn sie waren nicht fern vom Land, nur etwa zweihundert Ellen, und zogen das Netz mit den Fischen.

Als sie nun an Land stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer am Boden und Fisch darauf und Brot. Spricht Jesus zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt! Simon Petrus stieg herauf und zog das Netz an Land, voll großer Fische, hundertdreiundfünfzig. Und obwohl es so viele waren, zerriss doch das Netz nicht.

Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl! Niemand aber unter den Jüngern wagte, ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten: Es ist der Herr. Da kommt Jesus und nimmt das Brot und gibt’s ihnen, desgleichen auch den Fisch.

Das ist nun das dritte Mal, dass sich Jesus den Jüngern offenbarte, nachdem er von den Toten auferstanden war.

Angedacht

Jesus war in Jerusalem gekreuzigt worden. Seine Jünger konnten das, was geschehen war, immer noch nicht fassen. Sie machten sich auf zum See Genezareth, um sich durch Alltägliches von dem Unfassbaren abzulenken. Sie waren, bevor Jesus sie zu Jüngern berufen hatte, Berufsfischer gewesen. Nun versuchten sie es am See wieder mit dem Fischen.

In der Nacht fuhren sie hinaus und fingen nichts. Nichts fangen bedeutete Hunger.

Am frühen Morgen stand plötzlich ein Mann am Ufer, der sie aufforderte die Netze rechts vom Boot auszuwerfen. Weil nun sowieso schon alles egal war, folgten sie der Aufforderung des Mannes. Da fingen sie so viele Fische, dass sie die Netze mit den Fischen kaum herausziehen konnten.

Petrus ahnte, dass dieser Mann am Seeufer Jesus sein könnte. Da warf er sich angekleidet in den See und schwamm ans Ufer zu Jesus. Jesus hatte indessen ein Feuer angemacht, auf dem die gefangenen Fische zubereitet werden konnten.

Jesus lädt die Jünger ein mit den Worten: Kommt und haltet das Mahl! Jesus nimmt das Brot und gibt es ihnen, desgleichen auch den Fisch.

Spätestens jetzt wussten die anwesenden Jünger, dass der, der mit ihnen gegessen hatte Jesus war. Das war das dritte Mal, dass sich Jesus seinen Jüngern offenbarte.

 

Liebe Gemeinde!

Das kennen wir doch auch: Verzweiflung, Frustration, Gottesferne, Ausweglosigkeit. Und dann stürzen wir uns in den Alltag in der Hoffnung, Ablenkung und Beruhigung zu finden. Manchmal gelingt das ein wenig. Manchmal gelingt das gar nicht.

Mitten im Alltag geschieht dann das Wunder: Probleme lösen sich. Der seelische Hunger nach Sicherheit, Liebe und Frieden wird gestillt. Die Gegenwart Gottes ist wieder greifbar!

Aber das macht nicht etwa der Alltag. Christus selbst kommt in unseren Alltag. Er will uns nahe sein, er will mit uns Mahl halten.

Ja, immer wieder kommt Christus als Kraft der Liebe in unseren Alltag, immer wieder löst er unsere Alltagsprobleme.

Rechnen wir mit der Gegenwart Christi – heute und morgen und in alle Ewigkeit! Amen                                            

Pastor Ralph Schwerdtfeger

 

Durch deine Macht, Gott,
hast du Jesu Kreuz
zum Baum des Lebens verwandelt.
Durch deine Macht, Gott,
verwandelst du unsere Angst in Zuversicht,
unsere Lähmung in neuen Mut.
So wird unser Leben zu einem Gleichnis
für die Auferstehung vom Tod zum Leben.
(Hanna Strack)

        

Eine frohe und gesegnete Osterzeit wünsche Ihnen                                                               

Ihre Pastorin Astrid Schwerdtfeger

 Bilder: Christussymbol Fisch - Ichthys, Bild des Lebens (Wikipedia)

Pfarramt

Zur Zeit Vertretung:
 
 
Pastorin Astrid Schwerdtfeger
Markt 21
37539 Bad Grund
Tel. 05327 / 8388-0
 

Pastor Michael Henheik
Markt 21
37539 Bad Grund
Tel. 05327 / 8388-0
 

Verlinkung KU im Oberharz

Verlinkung Kirchenkreis Harzer Land

Verlinkung Ev. Landeskirche Hannover